Schreib doch mal was zu…

Hallo liebe Leserinnen und Leser des dgssa-blogs,

ich gehe einfach mal davon aus, dass es Euch gibt. Eine Problematik, der sich der geneigte Schreiberling (also ich) gerne mal in diesem Blog ausgesetzt sieht, ist die der Resonanz: Wann kann davon ausgegangen werden, dass ein Beitrag bzw. ein Impuls zur Auseinandersetzung mit einem Thema einen Nerv bei den Rezipienten trifft? Oder etwas systemtheoretischer gedacht: Welcher thematische Bezug ist aktuell anschlussfähig für einen Prozess, bei dem Alter und Ego eine Kommunikation zum Thema organisieren?

Mit dieser Frage setze ich mich jetzt seit knapp eineinhalb Jahren auseinander… Heute hatte ich meinen kleinen Heureka-Moment (@Wilfried: Der Zen-Meister würde vielleicht von Satori sprechen, bei dem die Achtsamkeit mal wieder einen ihrer lustigen Hüpfer gemacht hat und „in der dunklen Nacht im Nebel plötzlich das Licht einer Laterne zu sehen ist“ – Aber wer kann schon sagen, wovon der Zen-Meister spricht? 😀 ):

In jedem sozialarbeiterischen Setting kann der Adressat der Leistung von Sozialer Arbeit befragt werden, was denn bearbeitet werden könnte…

Weshalb ich Blitzmerker erst jetzt auf diese ganz und gar nicht unwahrscheinliche Einsicht komme, blende ich der Einfachheit halber mal schnell aus: In einem Blog kann der Rezipient von Blogbeiträgen befragt werden, zu welchem Thema er denn mal was lesen möchte. Damit wäre zumindest ein Ansatz zur Bearbeitung des o.g. Resonanzproblems geschaffen.

Deshalb lade ich alle hier Anwesenden dazu ein, mir als interessant bewertete Themen zuzuflüstern – etwas lauter hier in den Kommentaren oder ganz leise und vertraulich per persönlicher Mail an michael@lavamom.com

Das Codewort ist „Schreib doch mal was zu…“. Dann kann ich mir vielleicht etwas gezieltere Gedanken machen, wie hier im Blog ein Mehrwert für die Anwesenden geschaffen werden kann.

Wahlweise kann auch gerne gezwitschert werden „Ich würde gerne mal was schreiben zu…“. Was auch sehr fein wäre.

„Die Quelle, von der das Licht ausgeht, bleibt stets im Dunkel.“ (MORIN 1974, 159)

LG

Michael

Tag der Arbeit

Die Soziale Arbeit hat ja die Arbeit auch in ihrem Namen.

Machen wir uns also an die Arbeit…

Edit: Der ursprüngliche Link ist leider down. Insofern müssen wir ab sofort mit der Zusammenfassung bei Aspekte vorlieb nehmen…

Wag the dog?

Zwei Mönche betrachteten eine Fahne, die über dem Klostertor im Wind flatterte. „Die Fahne bewegt sich“, sagte der eine. „Nein“, erwiderte der zweite, „nicht die Fahne bewegt sich. Der Wind bewegt sie.“ In diesem Augenblick kam der sechste Patriarch vorbei. „Weder die Fahne bewegt sich“, sagte er, „noch der Wind. Eure Herzen bewegen sich!“ Da erschraken die Mönche.
(SPRÜCHE UND LEITSÄTZE DER ZEN-MEISTER 1995, 169)

what-if-i-never-find-out-whos-a-good-boy-pug

Stellung beziehen

Die Auseinandersetzungen um den Umgang mit den Flüchtlingen, die sozialen Spannungen vor Ort und die sozialpolitischen Konflikte betreffen die Soziale Arbeit direkt.

Soll die DGSSA dazu öffentlich oder mit anderen gesellschaftlichen Akteuren Stellung nehmen?

Auf welche Inhalte sollten wir Schwerpunkte setzen und wie eine systemisch inspirierte Sichtweise zum Ausdruck bringen?

Als Vorstand wollen wir diese Fragen nicht stellvertretend für die Mitglieder entscheiden, sondern sie mit Ihnen im Blog diskutieren und dann entscheiden, wie wir uns positionieren. Wir freuen uns über eine lebendige Diskussion !

Systemische Anregungen für Soziale Arbeit mit geflüchteten Menschen

Hallo,

ich möchte die Plattform des Blogs heute nutzen, um auf einen Artikel von Egger und Walter (siehe Anhang) aus der Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung (Ausgabe vom Juli 2015, Jg. 33 (3), S. 102-108) aufmerksam zu machen. Darin wird beschrieben, mit welchen Fragen der Fokus im Gespräch mit geflüchteten Menschen darauf gelegt werden kann, welche Stärken der Migrationsprozess hervorgebracht hat und welche Kompetenzen für die Bewältigung aktueller Aufgaben und eine positive Lebensgestaltung genutzt werden können. Egger und Walter interessieren sich für Bewältigungs- und Gestaltungsgeschichten von Überlebenden mit Kriegs- und Fluchterfahrungen. Sie fragen danach, welche Mythen und Werte es den Menschen ermöglicht haben unter schwierigsten Bedingungen resilient zu bleiben. Sie setzen auf eine positive Konnotation von Herkunft und Ursprung. Sie listen in ihrem Artikel ganz konkrete Fragen auf, mit denen sie herausgearbeitet haben, wie der Übergang in das Unvertraute mit dem Erwerb ganz besonderer Lernerfahrungen verbunden war und sie zielen ab auf einen inneren Ausgleich zwischen der Verbundenheit mit der ursprünglichen Heimat und der Anpassung an Notwendigkeiten des Ziellandes.

Auch wenn der Artikel von Psychotherapeut_innen geschrieben ist, enthält er meiner Ansicht nach viele Anregung für eine systemisch ausgerichtete Arbeit mit geflüchteten Menschen.

Flucht-als-Kompetenzleistung

Judith Rieger

Bedenklich…

Ich muss zugeben, ich bin geschockt und aufgebracht. Kann es ernsthaft sein, dass hier jemand versucht, eine Verantwortung zu konstruieren?

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/frankfurt-das-kind-gerettet-die-mutter-tot-ermittlungen-gegen-jugendamt-a-1080419.html

Diskussionskultur…

Eine Schwierigkeit, die durchaus im Zusammenhang mit Diskussionen im Kontext von Organisationen beobachtet werden kann, ist m.E. eine unzureichende Differenzierung zwischen dem Diskurs an sich und den daran anknüpfenden Optionen zur Entscheidung. Nur allzuoft wird die Logik des „sowohl als auch“ des Diskurses vom „entweder oder“ der Entscheidung überlagert. Die Wahrscheinlichkeit der Abkürzung der wie auch immer notwendigen Diskussion wird dadurch deutlich erhöht – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Qualität einer Diskussion und die Reflexion möglicher Folgen einer Entscheidung. Insofern erscheint es als größte Herausforderung, eine Antwort auf die Frage nach dem Zeitpunkt zu finden, in dem die Logik des „sowohl als auch“ in die Logik des „entweder oder“ mündet.

Wer schreit, hat Unrecht?

Ich gestehe, dass ich zu den Leuten gehöre, die mit diesem Leitsatz im Rahmen ihres Heranwachsens durchaus hin und wieder konfrontiert wurden. An diesen musste ich jetzt gerade bei den Überlegungen von Sascha Lobo denken: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-zu-donald-trump-wir-schlittern-in-die-schreispirale-a-1076632.html

30510023

Muss ein Blogbeitrag intelligent sein?

Be-stupid

Nein.

dont-be-stupid-banner-300x144

Oder doch?

Zur Erinnerung (den hatten wir schonmal):

tumblr_nmr15awNO71qewacoo1_500

Also?

Soziale Arbeit und ihre Kopplungen zur Bürokratie

Das Thema beschäftigt mich jetzt schon länger, aber erst heute ist es mir mal so richtig deutlich geworden, inwieweit Soziale Arbeit auch an Grenzen stoßen kann, auf die sie nur wenig Einfluss hat. Dies fällt mir auf, wenn ich Finanzierungsstrukturen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene anschaue oder mit der „Flexibilität“ oder gar mit der „Sinnhaftigkeit“ von Verwaltungsabläufen und Prozessen konfrontiert bin.

In einem anderen Beitrag wird hier in diesem Blog gerade gefragt, was die Soziale Arbeit in der Frage bzgl. Migration tut oder nicht tut. Aus meiner Perspektive liegt die Verantwortung hier aber nicht bei der Sozialen Arbeit, sondern vielmehr an festgefahrenen bürokratischen Strukturen und Abläufen – bis hin zu Finanzierungsfragen -, die dafür sorgen, dass ein flexibler Umgang mit  außerordentlichen Situationen außerordentlich erschwert oder gar nahezu unmöglich gemacht wird. In der Logik der Bürokratie wird jedoch sauber und korrekt gehandelt.

Ich frage mich insofern viel mehr, inwieweit die Soziale Arbeit noch nacharbeiten muss, um ihren Einfluss auf die Programmebene zu vergrößern? Welche Personen oder Adressen haben wir hier positioniert oder gedenken wir zu positionieren? Nach meinem Dafürhalten wäre das zumindest eine Option, um langfristig zu mehr Flexibilität zu kommen.

tumblr_nxitpbBk6r1qewacoo1_500

Proudly powered by WordPress
Theme: Esquire by Matthew Buchanan.