2017

Zunächst einmal ein fröhliches und gesundes Jahr 2017 in die Runde hier.

Dieser Blog hat mittlerweile zwei volle Jahre auf dem Buckel. Auch wenn es hin und wieder sehr mühselig ist, als (fast) einsamer Rufer in der Wüste zu stehen, ist es mein guter Vorsatz, auch weiterhin hier hin und wieder etwas zu schreiben – auch wenn ein wenig Verstärkung oder Resonanz manchmal sehr nett wäre. Aber man kann/will ja nichts erzwingen. 😉

Gt7oW

 

Grenzen setzen

Nach mittlerweile fast 15 Jahren im Beruf und der Teilnahme an vielen Supervisionssitzungen möchte ich mal auf ein Thema zu sprechen kommen, dass immer wieder auffällt:

Grenzen setzen…

Was hat es denn mit diesen Grenzen auf sich? Ist die Soziale Arbeit eine Profession, die mehr oder weniger Grenzen setzen sollte als andere? Fällt das Grenzen setzen SozialarbeiterInnen leichter oder schwerer als anderen? Was treibt uns mit den Grenzen so um?

Hat wer Ideen?

(Ich könnte ja jetzt – ganz unsystemisch – wieder mit Kampfkunst anfangen, will aber mal sehen, was andere sagen.)

Stellung beziehen

Die Auseinandersetzungen um den Umgang mit den Flüchtlingen, die sozialen Spannungen vor Ort und die sozialpolitischen Konflikte betreffen die Soziale Arbeit direkt.

Soll die DGSSA dazu öffentlich oder mit anderen gesellschaftlichen Akteuren Stellung nehmen?

Auf welche Inhalte sollten wir Schwerpunkte setzen und wie eine systemisch inspirierte Sichtweise zum Ausdruck bringen?

Als Vorstand wollen wir diese Fragen nicht stellvertretend für die Mitglieder entscheiden, sondern sie mit Ihnen im Blog diskutieren und dann entscheiden, wie wir uns positionieren. Wir freuen uns über eine lebendige Diskussion !

Systemische Anregungen für Soziale Arbeit mit geflüchteten Menschen

Hallo,

ich möchte die Plattform des Blogs heute nutzen, um auf einen Artikel von Egger und Walter (siehe Anhang) aus der Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung (Ausgabe vom Juli 2015, Jg. 33 (3), S. 102-108) aufmerksam zu machen. Darin wird beschrieben, mit welchen Fragen der Fokus im Gespräch mit geflüchteten Menschen darauf gelegt werden kann, welche Stärken der Migrationsprozess hervorgebracht hat und welche Kompetenzen für die Bewältigung aktueller Aufgaben und eine positive Lebensgestaltung genutzt werden können. Egger und Walter interessieren sich für Bewältigungs- und Gestaltungsgeschichten von Überlebenden mit Kriegs- und Fluchterfahrungen. Sie fragen danach, welche Mythen und Werte es den Menschen ermöglicht haben unter schwierigsten Bedingungen resilient zu bleiben. Sie setzen auf eine positive Konnotation von Herkunft und Ursprung. Sie listen in ihrem Artikel ganz konkrete Fragen auf, mit denen sie herausgearbeitet haben, wie der Übergang in das Unvertraute mit dem Erwerb ganz besonderer Lernerfahrungen verbunden war und sie zielen ab auf einen inneren Ausgleich zwischen der Verbundenheit mit der ursprünglichen Heimat und der Anpassung an Notwendigkeiten des Ziellandes.

Auch wenn der Artikel von Psychotherapeut_innen geschrieben ist, enthält er meiner Ansicht nach viele Anregung für eine systemisch ausgerichtete Arbeit mit geflüchteten Menschen.

Flucht-als-Kompetenzleistung

Judith Rieger

Nassehi-Interview in der taz vom 08.01.

Ich begrüße alle im neuen Jahr und mache einmal einen Anfang im dgssa-blog mit der Verlinkung auf ein taz-Interview mit Armin Nassehi vom 08.01. zu dem Stichwort „Köln Hbf“ und einigen Themen, die über dieses Stichwort aktiviert werden.

http://www.taz.de/!5263616/

An welchen Stellen ergeben sich Anschlüsse für die weitere Diskussion um systemische Soziale Arbeit ?

Fröhliche Weihnachten

an alle Blogbesucherinnen und -besucher, -schreiberinnen und schreiber, -leserinnen und -leser. Und einen guten Rutsch nach 2016.

Offiziell gehen wir in die Winterpause bis 07.01.2016.

Das kann im Web 2.0.1.6 jedoch niemanden davon abhalten, etwas zu posten oder zu lesen. D.h. auch in dieser Zeit sind Einlassungen und Beiträge gerne willkommen.

Viele Grüße

Michael Gerstner

Eine lebendige Tagung

Der Vorstand der dgssa hat die Tagung „Wie systemisch ist kritische Soziale Arbeit und wie kritisch ist systemische Soziale Arbeit?“ als Veranstaltung angelegt, mit der Vertreter/innen der kritischen wie der systemischen Sozialen Arbeit ein lebendiger Austausch ermöglicht werden sollte.
Aus unserer Perspektive geht es genau um diese Lebendigkeit, mit der sich Tagungsteilnehmer/innen nicht einfach nur gegenseitig bestätigen, sondern sowohl auf Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten aufmerksam machen. Damit zeigt Soziale Arbeit die Vitalität, die unseren Blick für die anstehenden Aufgaben in den Berufsfeldern schärft.
Wir möchten allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Engagement danken, und hoffen auf eine Fortsetzung der Debatte in der Praxis, auf weiteren Tagungen, in Publikationen, Seminaren und natürlich im dgssa-Blog.

Der Vorstand der dgssa

Frank Eger, Joachim Römhild, Wilfried Hosemann

Morgen, Dienstag, 14.07. Abendveranstaltung der dgssa in Potsdam

Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Soziale Arbeit lädt zur Abendveranstaltung an der FH Potsdam ein.

Tag: 14. Juli 2015
Zeit: ab 17:00 Uhr
Ort: Fachhochschule Potsdam, Standort Alter Markt (Hörsaal I)

Anlass der Veranstaltung ist das Erscheinen des Bandes „Lösungsorientierte Soziale Arbeit“ (Herausgegeben von Frank Eger, mit Beiträgen u. a. von den dgssa-Mitgliedern Stefan Bestmann, Karl Gröpler, Wilfried Hosemann, Tobias Kosellek und Frauke Mangels). Das Vorwort zu dem Band hat Heiko Kleve beigesteuert.

„Lösungsorientierte Soziale Arbeit“ postuliert für die Soziale Arbeit, dass auf die Lösung von Problemen (problem solving) verzichtet werden kann, um Lösungen zu entwickeln (finding solutions). Diese aus der lösungsorientierten Beratung senso Steve de Shazer entlehnte Überzeugung gewinnt immer mehr Anhänger über den Beratungskontext hinaus.

Johannes Lenhard von der Universität Bielefeld und der systemische Organisationsberater Matthias Brandl werden in dem für die Veranstaltung zentralen Vortrag Parallelen zwischen lösungsorientierter Beratung und naturwissenschaftlicher Praxis aufzeigen. Es werden Beispiele aus der Naturwissenschaft beschrieben, die auf das Finden von Lösungen setzen, statt Probleme zu analysieren. Die Vortragenden identifizieren für die Lösungsorientierung einen Lösungsbegriff, wie er auch in den mathematischen Naturwissenschaften verankert ist.

Die Toten kommen! Oder wie Protest falsch laufen kann.

Ich bin heute von etwas überrascht worden und es hat mich beeindruckt. Nicht positiv, eher erschreckend. Es geht um:

http://www.politicalbeauty.de/index.html

http://www.politicalbeauty.de/genozid.html

 

Dies ist ein Text eines Freundes: Da er auf Facebook eingestellt wurde, stelle ich Ihn nun hier zur Verfügung (mit seinem Einverständnis).

Marsch der Ratlosen

Ein würdiges Gedenken wollten sie ermöglichen. Was daran würdevoll sein soll mit Schmiere im Gesicht („Wir machen uns die Hände schmutzig!“) eine Beerdigung als Hintergrundbild einer moraltriefenden Ansprache („Das hier ist kein Theater!“) zu benutzen, wissen wohl nur die Damen und Herren des ZPS. Wenn die Kunst nicht für sich selbst sprechen kann, muss halt der typisch deutsche Geist der Empörung beigemengt und der Journaille Leichen zum Fraß vorgeworfen werden. Ein „Friedhofsfeld der Superlative“ will man nun errichten, der langersehnte künstlerische Coup scheint dank des Elends zum Greifen nah. Konsequenterweise hat das ZPS die heutige Aktion vor dem Bundeskanzleramt „Marsch der Entschlossenen“ genannt. Mit Facebook-Likes bewaffnet gibt die Empörung ob des Verreckens der Menschen im Mittelmeer den Mittelstandsdeutschen endlich wieder das Gefühl von Stärke, die Illusion der Subjektivität.

Der Feind ist klar ausgemacht: Bestien in Menschengestalt, der Abwehrkrieg der raffgierigen Machthaber in der EU und BRD. Der Moralisierung im Weg steht dabei die Frage nach der Ursache, nach den Basiskategorien, unabhängig vom Willen der Akteure, das, was „hinter ihrem Rücken“ passiert. Leicht macht man es sich zu glauben, es ändere etwas am Sterben, wenn den Charaktermasken im Kanzleramt genüsslich gezeigt wird, wie die Opfer aussehen. Etwa wenn man in geheuchelter tabubrecherischer Absicht („Es sind Bilder, die Sie nie sehen sollten“) den Toten noch ihr letzte Würde nimmt und Bilder voller Leichenkammern ins Netz stellt.

Zur Effektsteigerung darf natürlich nicht die Instrumentalisierung des Holocausts fehlen. In einem Blick in die Zukunft ist sich das ZPS sicher: Künftige Ereignisse werden die Schoah in den Schatten stellen. Dabei stellt das ZPS auch nicht die Frage, warum es passierte, sondern warum die Alliierten nicht die Vernichtungslager bombardierten, schließlich wusste man schon relativ früh von deren Existenz. Den Deutschen wird ein Teil der Schuld abgenommen, die Querfront freut sich. Ken Jebsen berichtet wohlwollend und ruft zur Teilnahme auf, zahlreiche Mahnwachler und Konsorten tummeln sich auf der Facebookseite des ZPS. Da hilft auch keine Deklamation an die Jebsen-Jünger, sie hätten auf dem Marsch nichts zu suchen.

Es bleibt: Eine Gruppe selbsternannter Künstler, die sich symbolisches Kapital herausgeschlagen hat, eine Öffentlichkeit, die sich über Pietät anstatt Ursachen den Kopf zerbricht und tausende Teilnehmer, die empört und entschlossen, aber weiterhin ratlos sind.

P.S. Der „Marsch der Entschlossenen“ wurde mittlerweile zum „Marsch der Unentschlossenen“ umbenannt. Man geriert sich als Opfer massiver staatlicher Gewalt, da im Auflagenbescheid das Mitbringen von Leichen und eines Baggers untersagt wurde.

 

Felix BE.

Streik ?

Streiken Systemiker?
Auf welcher Seite von was sind Systemiker anzutreffen?
Haben Systemiker einen eigenen Begriff für Solidarität?

Aktuelle Fragen: aber auch solche, die auf der Jahrstagung in Potsdam gestellt werden.

Ich würde gerne jetzt schon mit der Diskussion beginnen.

Wilfried Hosemann

Proudly powered by WordPress
Theme: Esquire by Matthew Buchanan.